Bildungsurlaub

Systemisch Denken & Handeln im Spannungsfeld Schule - 20BS0102

Systemisch denken und handeln ist das eine – Spannungsfeld Schule das andere. Passt das überhaupt zusammen?

Schule ist ein soziales System, das aus vielen Systemen und Subsystemen besteht. Gremien, kommunale und politische Systeme nehmen auch außerhalb des schulischen Alltags Einfluss auf einen Bereich, der bis zu unseren Kindern und Familien vordringt. Schule endet nicht dort, wo Lehrer lehren und Schüler lernen.

Mit dem Bildungsurlaub „Systemisch Denken und Handeln im Spannungsfeld Schule“ wird ein Andersdenken vermittelt, um neu zu verstehen. Es wird gezeigt, Schule aus einer anderen Perspektive mit einem anderen Blick zu betrachten. Vielfalt und Eigensinnigkeit von Systemen sind immer auch mit den Realitäten und Sichtweisen von Handelnden verbunden. Und Vielfalt und Eigensinnigkeit des Systems Schule prägen den schulischen Alltag. Jedes einzelne System, als Gruppe oder Familie, handelt nach seinen gelernten inneren Strukturen. Der Bildungsurlaub wird daran ansetzen, wie soziale Systeme funktionieren, wie sie eingebettet sind in einem Netz von anderen, wie Verhalten und Begründungszusammenhänge entstehen. Darüber hinaus wird die Wichtigkeit von Beziehungsgestaltungen verdeutlicht und erläutert, wie wichtig es ist, Verhaltensmuster zu erkennen. Dabei ist es entscheidend, nicht nur auf den Einzelnen zu gucken, der vermeintlich nicht funktioniert, sondern das Umfeld mitzudenken, in dem etwas passiert. Denn jedes Verhalten geschieht in einem Kontext. Soziale Systeme sind auf Kommunikation angewiesen, sonst könnten sie nicht überleben.

Dieser Bildungsurlaub setzt sich damit auseinander, wie es gelingen kann, den Blick genau darauf zu richten, eine klare Haltung zu entwickeln und unvoreingenommen handeln zu können. Mit welchen Themen können (müssen) Sie rechnen? Für Expert*innen wie Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen, die täglich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, werden Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen immer wichtiger. Aber wozu sollten Sie das tun? In erster Linie für sich selbst und Ihr sicheres Handeln.

 

Inhalte:

  1. Zunächst wird es darum gehen, ein theoretisches Grundgerüst zu bauen, inwieweit das Individuum in seinen jeweiligen Systemen eingebettet liegt, wie es Sichtweisen und Realitäten anhand seiner Systemstrukturen entwickelt und danach handelt. Das systemische Menschenbild ist geprägt durch die Vorstellung von Sinn. Es wird also darum gehen, den Menschen als eigensinniges Wesen zu betrachten, das selbst Sinn über das herstellt, was sein Erleben und Handeln ausmacht.
  2. Mit diesem Blick sehen wir anders. In der Schule leben wir mit vielen Systemen und Subsystemen. Wie gehen wir damit um? Wir sprechen über Wirklichkeits- und Möglichkeitskonstruktionen und darüber, dass und wie innerhalb von Systemen Realitäten unterschiedlich verstanden werden. Systeme geben uns Auskunft darüber, wie ein Problem oder ein Verhalten einzuschätzen sind, ohne dass das eine wertvoller wäre als das andere.
  3. Wie soll das gehen? Das Beobachtungs- und Beschreibungswissen ist Gegenstand des eigenen Handelns. Es beruht darauf, zu beobachten und das Beobachtete zu beschreiben und zurückzumelden. Je nachdem, in welchem Kontext beobachtet wird, fließen unterschiedliche Strukturen und Wahrnehmungen in die Beschreibung ein. Beobachtung und Rückmeldung ist die Basis von Transparenz. Dabei zeigt sich unsere Bescheidenheit und Demut als ein wertvolles Gut.
  4. Es wird schließlich darum gehen, „Beobachten“ zu praktizieren, z.B. „Was sehe ich?“ und das „Gesehene“ als reflektiertes „Erkennen“ mitzuteilen. Es wird darum gehen, einen „Auftrag“ zu erkennen und nicht aus „Eigeninteresse“ zu handeln. Beraten geschieht immer aus dem Kontext heraus. Wir werden uns mit ersten Ansätzen der wohl bekanntesten systemischen Methode des zirkulären Fragens beschäftigen und erste Übungen speziell mit Beispielen aus dem System Schule durchführen. Je nach Interesse wird es um weitere Ansätze, Methoden und Möglichkeiten systemischen Handels im beruflichen Alltag gehen.  
  5. Der Abschluss gestaltet sich mit kurzen Geschichten aus dem Bereich Schule, von Felix, Kurt oder Moni, von Peergroups, SchülerInnen, die „all das Ganze nicht mehr wollen“, Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen, die Antworten suchen oder Eltern, die sich überfordert fühlen. Es darum, Fragen zu stellen, um Dinge zu klären. Bringen Sie gern Wünsche oder Überlegungen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag mit.

Verstehen und handeln kann nur von der Basis ausgehen, von dort aus, wo Menschen miteinander umgehen.


Dr. Annette Just

Zeiten: Mo - Fr 9.00 - 16.30 Uhr | 40 Ustd

Termin Eigenschaften

Datum, Uhrzeit 27.01.2020 9:00
Termin-Ende 31.01.2020 16:30
Einzelpreis 439,00 € / erm. 361 €
Ort Sozialpädagogisches Bildungswerk Münster

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